Titelbild Geschichte: Poster Keks-Alarm! und Socken Keks-Klau im Retro-Comic-Stil, Sprechblase „Wer klaut die Guetzli?“

Geschichte

Keks-Alarm um Mitternacht

Am 21. Dezember fehlen in der Guetzlidose drei Mailänderli. Am 22. sind es fünf Zimtsterne. Am Morgen des 23. liegt nur noch ein einsamer Spitzbub darin, und er sieht verängstigt aus.

Mia, neun, hat genug. Sie hat genug Comics gelesen, um zu wissen, was jetzt zu tun ist: eine Falle bauen.

Sie bindet die Glocke vom Adventskranz an den Deckel der Blechdose, stellt die Dose auf das oberste Regal und legt als Köder zwei frische Vanillekipferl obenauf. Dann schreibt sie ein Schild in dicken Buchstaben: „ACHTUNG! KEKS-ALARM!“. Sie geht um neun ins Bett, angeblich. In Wahrheit liegt sie mit Taschenlampe und Notizblock unter der Decke und wartet.

Um 23.47 Uhr klingelt es.

Mia rennt in die Küche. Da steht Papa im Pyjama, eine Hand in der Dose, die andere erhoben. „Ich wollte nur nachschauen, ob die Falle funktioniert“, sagt er. Mia notiert: Verdächtiger Nummer eins.

Um 23.52 Uhr klingelt es wieder. Diesmal ist es Grosi, die eigentlich zu Besuch ist und eigentlich längst schläft. „Ich habe Hunger, nicht Schuld“, sagt sie und setzt sich an den Tisch. Verdächtige Nummer zwei.

Um Mitternacht klingelt es ein drittes Mal, ganz leise. Alle drehen sich um. Auf dem Regal sitzt Pixel, der Kater, und leckt sich die Pfote. Neben ihm liegen Krümel von genau drei Mailänderli.

Niemand sagt etwas. Dann holt Mama, die die ganze Zeit in der Tür stand, die Milch aus dem Kühlschrank. Um 00.10 Uhr sitzen alle am Küchentisch und essen die letzten Guetzli. Pixel bekommt keins, aus Prinzip.

Mia klappt ihren Notizblock zu. Fall gelöst. Und nächstes Jahr, das ist jetzt abgemacht, backen sie doppelt so viele.


Die Geschichte ist erfunden, der Hunger um Mitternacht nicht. Wer ein Schild für die eigene Guetzlidose braucht: das Poster Keks-Alarm!. Für die Täter gibt es die Socken Keks-Klau.

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